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Was ist ein LMS?

Wenn du deinen Lernern mehr als nur einen Online-Kurs anbieten möchtest, ist es sehr wahrscheinlich, dass du ein Lern- Management-System (LMS) brauchst. Bei einem LMS handelt es sich grundsätzlich um eine Software, die es dir erlaubt, Lernprogramme online zu veröffentlichen, zu verwalten und Nutzerdaten zu analysieren.

Zu den typischen Funktionen eines LMS zählen die Content-Erstellung (Module, Lektionen), die Bereitstellung von Lerninhalten, die Organisation von Lernvorgängen, sowie die Verwaltung von Nutzern und Nutzerdaten.

Es gibt mittlerweile unzählige Anbieter von Lern-Management-Systemen. Bei den meisten davon handelt es sich um Cloud-basierte Lösungen, die in vielen Fällen auf den ersten Blick recht komfortabel zu sein scheinen, da sich der Nutzer nicht großartig mit der Technik auseinandersetzen muss. Allerdings gibt es auch einige Nachteile bei solchen Lösungen, die es zu bedenken gilt:

  • meist können die „gebrauchsfertigen“ Lern-Management-Systeme nur bis zu einem gewissen Grad individualisiert werden
  • es ist oft sehr schwierig, genau das LMS zu finden, dass alle Funktionen hat, die man sich wünscht
  • du hast keine wirkliche Kontrolle über die Daten, die über das LMS gesammelt werden (z.B. Nutzerdaten)
  • bei vielen Anbietern muss pro Nutzer gezahlt werden, was schnell ziemlich teuer werden kann

 

Baue dir dein eigenes LMS mit WordPress

Eine Alternative zu den Cloud-basierten LMS Lösungen besteht darin, dein eigenes LMS zu bauen – mit der Open Source Software WordPress. Hier die wesentlichen Vorteile einer solchen Lösung:

  • WordPress ist Open Source Software, was bedeutet, dass du sie kostenlos nutzen kannst
  • WordPress ist einfach zu bedienen, du kannst eine simple Webseite innerhalb von Minuten erstellen
  • WordPress ist in hohem Maße individualisierbar, es gibt tausende von Themes und Plugins, die es dir ermöglichen, deine Webseite genau nach deinen Vorstellungen zu bauen
  • Du hast die Kontrolle über die (Nutzer-)Daten

 

Wie du ein LMS mit WordPress und LearnDash aufsetzen kannst

Im Folgenden zeige ich die, was du brauchst, um dein eigenes LMS mit WordPress und LearnDash zu bauen.

 

#1 WordPress installieren

Zunächst musst du WordPress auf deiner Webseite installieren – falls dies noch nicht der Fall ist. Dies ist wirklich einfach. Die meisten Hosting-Anbieter stellen eine „One-Click“ Installation für WordPress zur Verfügung. Aber es ist auch nicht schwer, WordPress manuell zu installieren. Im Netz gibt es zahlreiche Anleitungen dazu. Hier findest du eine von ihnen.

 

#2 LearnDash Plugin kaufen

Wenn du ein LMS mit WordPress bauen möchtest, benötigst du ein Plugin (eine Erweiterung), das die Funktionen eines Lern-Management-Systems enthält. Es gibt mehrere Plugins, die genau dies tun. Aktuell ist mein persönlicher Favorit das Plugin LearnDash. Es ist leider nicht kostenlos. Aber ich finde der Preis von aktuell $159 ist gut investiert.

 

#3 Ein Theme installieren

Ein Theme ist sozusagen das äußere Erscheinungsbild deiner Webseite. Es legt das „Gesamtlayout“ und die allgemeine farbliche Gestaltung fest. Du kannst grundsätzlich jedes moderne Theme zusammen mit LearnDash nutzen. Es gibt jedoch einige Themes, die speziell für LearnDash entwickelt wurden, z.B.

 

Ich persönlich nutze das Theme GeneratePress für einfache Lernplattformen und das DIVI Theme für „anspruchsvollere“ Projekte.

Hast du dich einmal für ein Theme entschieden, musst du es nur noch installieren. Folge dazu einfach diesen Schritten:

  • Logge sich in den WordPress Admin-Bereich ein
  • Klicke auf  Design > Themes > Neues hinzufügen
  • Nutze den Upload Button, um die ZIP-Datei deines Themes hochzuladen
  • Klicke Aktivieren

 

Die meisten Anbieter von Themes bieten darüber hinaus ausführliche Anleitungen zur Installation und Anpassung des jeweiligen Themes an.

Nachdem du das Theme installiert und aktiviert hast, kannst du mit dem Erstellen von Seiten (z.B. Startseite, Registrierungsseite, Kontaktseite, etc.) beginnen.

 

#4  LearnDash einrichten

Du kannst das LearnDash Plugin wie jedes andere Plugin installieren:

  • Gehe zu Plugins in deinem Admin-Bereich
  • Klicke auf Installieren
  • Lade die ZIP-Datei des LearnDash Plugins hoch und aktiviere es

Danach findest du ein „LearnDash LMS“ – Menü in deinem Admin-Bereich mit verschiedenen Optionen:

 

Ich nutze übrigens das Plugin Loco Translate, um englischsprachige Plugins ins Deutsche zu übersetzen.

LearnDash Einstellungen

Du findest die LearnDash Einstellungen unter LearnDash LMS > Settings.

Denke daran, deinen LearnDash Support Lizenzschlüssel unter Settings > LMS License einzugeben.

 

Einen Kurs erstellen

Einen Kurs zu erstellen ist so einfach wie eine Seite oder einen Beitrag in WordPress zu erstellen – denn es ist das gleiche Vorgehen.

Bevor du deine Lerninhalte einfügen kannst, musst du zunächst einen Kurs erstellen. Ein Kurs ist sozusagen das allumfassende „Gerüst“. Zu diesem Gerüst kannst du dann später Inhalte in Form von Lektionen, Themen oder Quizfragen hinzufügen.

Gehe dazu einfach zu LearnDash LMS > Courses > Add New

Jetzt kannst du den Titel des Kurses, sowie die Beschreibung hinzufügen.

 

Darunter findest du den LearnDash Course Builder.

Mithilfe dieses Course Builders kannst du die Struktur deines Kurses festlegen und Lektionen, Themen und Tests hinzufügen. Dazu klickst du einfach auf das „Plus“-Symbol, gibst den Titel ein und ziehst die Box in den Kurs an die Stelle, wo du sie gerne hättest.

Eine kurze Info zum Aufbau von Kursen in LearnDash: ein Kurs ist, wie bereits gesagt, das „Gerüst“ des Kurses. Die Lektionen (Lessons)  sind sozusagen die einzelnen Kapitel des Kurses und Themen (Topics) sind noch einmal Unterpunkte zu den einzelnen Lektionen.

 

LearnDash Kurs Einstellungen

Wenn du dann weiter runterscrollst findest du die Kurs Einstellungen. Hier wählst du einfach diejenigen Optionen aus, die auf deinen Kurs zutreffen. Mehr Informationen über die jeweilige Bedeutung der Optionen erhältst du, wenn du auf die Fragezeichen klickst.

Vergesse nicht auf „Veröffentlichen“ zu klicken, nachdem du alle Details hinzugefügt hast.

 

 

Lektionen und Themen hinzufügen

Wenn deine grundsätzliche Kursstruktur steht, solltest du natürlich in einem nächsten Schritt deine Inhalte einfügen. Dazu musst du die Lektionen und Themen bearbeiten. Um dies zu tun, gibt es zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit 1

Die erste Möglichkeit besteht darin, im Course Builder auf das „Bearbeiten“ Symbol  neben den Lektionen und Themen zu klicken, die du bearbeiten möchtest. Ein neues Fenster öffnet sich, wo du deine Inhalte einfügen und die Einstellungen festlegen kannst.

 

Möglichkeit 2

Du kannst auch im LearnDash Menü unter  LearnDash LMS > Lektionen (Lessons) diejenige Lektion auswählen, die du bearbeiten möchtest.

 

Ein Quiz (Test) hinzufügen

Ein Quiz zu erstellen funktioniert ähnlich wie das Erstellen eines Kurses. Gehe einfach zu LearnDash LMS > Quizzes und klicke auf „Hinzufügen“ (Add New). Dann kannst du einen Titel, eine Beschreibung und deine QQuizfragen hinzufügen.

 

Denke daran, unter „Verbundener Kurs“ denjenigen Kurs auszuwählen, wozu das Quiz gehört.

Mehr Informationen und ausführliche Anleitungen dazu, wie du einen Kurs in LearnDash erstellst, findest du auch in der LearnDash Dokumentation (auf Englisch).

 

Weitere (kostenlose) Plugins als Erweiterung für dein WordPress LMS

Mit LearnDash bist du in der Lage, dir deine eigene Lernplattform zu bauen. LearnDash bietet sogar die Möglichkeit, Kurse via PayPal zu verkaufen. Manchmal reichen diese Optionen allerdings nicht aus und du brauchst vielleicht weitere Funktionen oder E-Commerce Anbindungen. Daher stelle ich dir nun einige Plugins vor, die dir dabei helfen können, weitere Funktionen zu deiner Lernplattform hinzuzufügen.

 

E-Commerce

WooCommerce: eines der meistgenutzten E-Commerce Plugins. Du kannst mit WooCommerce sowohl digitale als auch physische Produkte verkaufen. Es gibt sogar eine LearnDash-Woocommerce Integration.

Easy Digital Downloads: Ein weiteres E-Commerce Plugin, mit dem du digitale Produkte verkaufen kannst.

 

Membership Plugins

Paid Memberships Pro: mit diesem Plugin kannst du deine eigene Membership Seite erstellen (LearnDash Integration verfügbar)

 

Interaktive Inhalte

H5P: mit diesem kostenlosen Plugin kannst du ganz einfach interaktive Inhalte (z.B. interaktive Videos, Präsentationen, Quizfragen, etc.) in deinen Kurs einfügen

 

Social Learning / Community

BuddyPress: mit BuddyPress kannst du dir dein eigenes soziales Netzwerk bauen (mit Aktivitätsverlauf, Private Messaging und individuellen Profilen)

bbPress: mit bbPress kannst du private oder öffentliche Foren zu deinen Kursen hinzufügen

 

Gamification

Gamipress: mit diesem Plugin kannst du deinen Lernern die Möglichkeit bieten, Punkte und Abzeichen für bestimmte Aktivitäten zu erhalten. Auch eine Bestenliste kannst du hinzufügen. Lässt sich auch prima mit H5P-Aktivitäten verbinden (Integration verfügbar)

BadgeOs: ein weiteres Plugin, mit dem du Punkte und Abzeichen hinzufügen kannst

 

Blended Learning

Event Espresso: mit diesem Plugin kannst du eLearning mit Live-Events kombinieren

Tin-Can API

GrassBlade: mit diesem Plugin kannst du Tin-Can API Kurse, die z.B. in Captivate oder Storyline erstellt wurden, veröffentlichen

 

Fazit

Ein WordPress-basiertes LMS kann eine gute Alternative zu den Cloud-basierten Lösungen darstellen. Klar ist, dass du einiges an Zeit und Mühe in dieses Projekt stecken musst (und dich mit der Technik auseinandersetzen musst), damit es so funktioniert, wie du es möchtest. Der größte Vorteil besteht allerdings darin, dass du so die Möglichkeit hast, deine Lernplattform genau nach deinen Vorstellungen zu bauen und du nicht von Drittanbietern abhängig bist.